Manuel Kramer (Ski Alpin)

Vom Skirennläufer zum Projektmanager für gesamtheitliche Energielösungen im Alpenraum – das ist die bemerkenswerte Geschichte von Manuel Kramer.

Vor wenigen Monaten schloss der Flachauer sein Masterstudium Smart Buildings in Smart Cities mit Schwerpunkt Energieinfrastruktur an der FH Salzburg ab. Seine Masterarbeit über den Einsatz von Wasserstoff zur Stromgewinnung in alpinen Regionen wurde mit dem Wissenschaftspreis der Salzburg AG ausgezeichnet. Auf seine Studienzeit blickt Manuel sehr zufrieden zurück: „Es war die richtige Entscheidung, dass ich dieses Kapitel aufgeschlagen habe. Die Erfahrung zu studieren war eine große Bereicherung für mich. Ich habe im Bachelor ein Auslandssemester an der Auckland University of Technology in Neuseeland verbracht und im Master ein richtig gutes Thema für die Abschlussarbeit gefunden. Die interdisziplinären Projekte und vor allem das wissenschaftliche Arbeiten waren richtungsweisend für meine berufliche Karriere. Es war eine anstrengende Zeit, aber es hat sich absolut ausgezahlt. Jetzt würde ich es genauso wieder machen.“

©GEPA Pictures

 

Inzwischen hat er sich bestens im neuen Berufsalltag beim Pongauer Energiecenter eingelebt: „Wir planen, wie Unternehmen oder ganze Gemeinden ihre Energieversorgung in Zukunft nachhaltig gestalten können, mit erneuerbaren Energien und den dazugehörigen innovativen Speichertechnologien.  Das macht total Spaß und ich komme richtig gut rein.“ Im Leistungssport ist Manuel bis heute aktiv geblieben. Seit 2015 steht der ehemalige ÖSV Abfahrer und Super G-Spezialist im Speed Ski Nationalkader.

Mit der Berufsreifeprüfung zum Hochschulstudium

Aber zurück an den Anfang, denn der Ausgangspunkt für Manuels späteren Werdegang war die Berufsreifeprüfung im Leistungssport (BRP) bei KADA. KADA traf Manuel zum ersten Mal 2012. Damals befand er sich auf dem Sprung in den alpinen Ski Weltcup. Gleichzeitig hatte er im Blick, sich neben dem Spitzensport ein zweites Standbein aufzubauen: „Ich kann mich noch genau an die Besprechung mit Roswitha Stadlober (KADA Geschäftsführerin, Anm.) erinnern, dass die Möglichkeit der BRP besteht. Die habe ich dann wahrgenommen. Ich kann nur Positives wiedergeben, die Kurse waren super aufgebaut. Zwei Fächer im Jahr und das geblockt im Sommer. Es war wirklich toll, was uns da ermöglicht worden ist und wie gut sich die BRP mit dem Training vereinbaren hat lassen.“

Manuel Kramer (3.v.l.) mit Roswitha Stadlober nach dem erfolgreichen BRP-Abschluss 

 

Zwischen Europacup-Bewerben, Weltcup-Einsätzen und Lerneinheiten war es eine intensive Zeit für den Skirennläufer. 2015 war es aber so weit und Manuel gehörte zu den ersten BRP-Absolvent*innen bei KADA. Was folgte, war ein Disziplinwechsel in doppelter Hinsicht: nach Verletzungen und ausbleibenden Weltcup-Resultaten stieg Manuel ins Speed Ski Team um und startete darüber hinaus sein Bachelorstudium. Um Leistungssport und Studium bestmöglich aufeinander abzustimmen, nahm Manuel an KADAs Förderprogramm Studium Leistung Sport (SLS) teil: „Es war eine richtig gute Unterstützung, das Ganze ist sehr professionell rübergekommen. Mein Laufbahnberater hat Termine mit dem Studiengangsleiter organisiert und so konnten wir Kompensationsarbeiten vereinbaren, wenn sich Kurse und Speed Ski Rennen überschnitten haben. Auf diese Weise war es mir möglich, Sport und Studium zu kombinieren.“

Auf zu neuen Herausforderungen

Mit dieser organisatorischen Unterstützung konnte Manuel sich voll und ganz auf sein Studium konzentrieren. Seinen Abschluss schaffte er mit Auszeichnung. Und wie läuft es sportlich? Im vergangenen Jahr gelang ihm nach einem Kreuzbandriss mit dem 3. Gesamtrang das erfolgreiche Comeback in den Speed Ski Weltcup. In der neuen Saison warten zahlreiche Herausforderungen:

„Unser erstes Weltcup-Rennen in Gavarnie (FRA) musste wegen starken Schneefällen und Lawinengefahr abgesagt werden, also sind wir locker über 3.400km umsonst gereist. Sehr viel Aufwand gibt es auch mit den ganzen Corona-Bestimmungen und Tests. Aber ich muss sagen, das Speed Ski Team leistet Großes, um das Risiko zu minimieren. Jetzt müssen wir schauen, wie es weiter geht. Ob es eine WM gibt oder nicht. Im Endeffekt stehen wir parat und warten eigentlich auf das GO, dass die Rennen veranstaltet werden. Wenn die Bestimmungen eingehalten werden und wir Athleten das so vertreten können, dann blicken wir positiv nach vorne.“

Wie sich die Lage auch entwickelt, wir wünschen Manuel alles Gute für seine weiteren sportlichen und beruflichen Ziele!