Kategorie: Karriere Danach

KADAthlete Story Stefan Erkinger (Fußball)

Stefan Erkinger konnte sich den großen Traum vom Profifußball erfüllen. Ob beim GAK, bei Kapfenberg oder später bei Austria Klagenfurt, der Grazer war bekannt dafür, seine Aufgaben als Abräumer im defensiven Mittelfeld kompromisslos zu erledigen. Schon früh in seiner Karriere erlebte Stefan Erkinger magische Momente, die er nie vergessen sollte. Im Sommer 2004 schaffte er den Sprung aus dem GAK-Nachwuchs zu den Profis. Just fand er sich im Kaderaufgebot eben jener GAK-Mannschaft wieder, die im legendären Champions League Qualifikationsrückspiel gegen den FC Liverpool einen bemerkenswerten 0:1 Auswärtssieg erringen konnte und von den beeindruckten Heimfans Standing Ovations erhielt.

Einer der schönsten Erfolge war für Stefan der Meistertitel 2007/2008 mit Kapfenberg in der zweiten Liga: „Mit diesem Titel hatte niemand gerechnet, denn eigentlich wären wir in der Vorsaison sportlich abgestiegen. Nur aufgrund des Lizenzentzugs des GAK und der Admira sind wir in der zweiten Liga verblieben. Wir starteten natürlich als Abstiegskandidat Nummer eins in die Saison. Aber entgegen aller Expertenmeinungen wurden wir drei Runden vor Schluss Meister und stiegen in die Bundesliga auf.“

Stefan Erkinger
©GEPA Pictures/Markus Oberländer

Bis zu seinem Karriereende lebte Stefan seinen Sport mit vollem Einsatz. Nach insgesamt 64 Bundesligapartien und 88 Zweitligaspielen war es für ihn 2014 aber an der Zeit, einen Neustart zu wagen – fernab des Profifußballs, fernab der gewohnten Routine aus Mannschaftstrainings und Bewerbsspielen. Statt im Fußballumfeld in eine neue Rolle zu schlüpfen, wünschte er sich einen Tapetenwechsel. „Für mich begann eine Reise ohne zu wissen, wo diese enden würde“, beschreibt Stefan diese Findungsphase. „Anfangs war ich noch ziemlich gelassen und genoss die Zeit mit meiner Familie. Doch irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich erkannte, dass ich ziemlich orientierungslos war. In den letzten zehn Jahren hatte sich für mich alles nur um den Sport gedreht. Ich hatte zwar eine AHS Matura, aber das war es dann auch. Vorläufig war ich durch einen vom AMS geförderten Computerkurs gut beschäftigt, aber ich hatte keine Ahnung, welche Richtung ich beruflich einschlagen sollte.“

Berufsberatung bei KADA

Was also tun nach einer langen Karriere im Profifußball? Stefan fand in seiner unschlüssigen Lage mit KADA die richtige Anlaufstelle für seine Fragen: „KADA hat mir eine Laufbahnberaterin zur Seite gestellt, die mit ihrer Erfahrung eine tolle Stütze für mich war. Sie zeigte mir berufliche Möglichkeiten auf, an die ich selbst nie gedacht hätte. Ich kann jedem nur empfehlen, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen und sich mit KADA in Verbindung zu setzen. Man selbst hat einfach nicht alle Optionen am Radar. Als Sportler war ich immer nur auf den Sport fokussiert. Ich hatte mir zwar hin und wieder Gedanken über die Zeit danach gemacht, aber nie wirklich ernsthafte. In so einer Situation braucht man einfach jemanden, der Potenziale in einem erkennt, die man selbst gar nicht sieht.“

Und genauso unerwartet für ihn kam es dann auch: Stefan entschied sich, im Rahmen einer Arbeitsplatznahen Qualifizierung (AQUA) eine Hörakustikerlehre bei der Firma Neuroth zu absolvieren. Eine Bauchentscheidung, wie er verrät: „Ich hatte die Anzeige gelesen und sofort ein gutes Gefühl dabei. Die Situation, in einem Bewerbungsverfahren nicht mit meinem fußballerischen Können zu glänzen, sondern mich mit meiner Persönlichkeit gegen andere Bewerber durchsetzen zu müssen, war vollkommen neu für mich. Ich hatte überhaupt keine Ahnung von der Hörgeräte-Branche, doch ein Schnuppertag zeigte mir, dass mir das Arbeiten mit Menschen liegt und ich Spaß daran finden könnte. Als ich dann die Zusage bekam, habe ich mich wirklich gefreut, loszulegen.“

Nach der Sportkarriere: Ausbildungsstart mit Mitte 30

Der Start in die Lehrzeit war eine durchaus spezielle Erfahrung für den Steirer: „Mit 32 Jahren eine Ausbildung zu beginnen war natürlich komisch. Allerdings ist das gerade in diesem Beruf nichts Außergewöhnliches. Ich war mit meinem Alter sozusagen kein Einzelfall.“ Zwischenzeitliche Zweifel konnte er aber gerade dank Erfahrungswerten aus seiner Fußballzeit gut abschütteln: „Natürlich verrichtet man anfangs, wie wohl in jeder Lehre, auch Arbeiten, bei denen man sich schon so seine Gedanken macht, ob das wirklich das Richtige ist. Aber das gehörte einfach dazu. Als ehemaliger Mannschaftssportler weiß ich, dass man fürs Team eben manchmal Dinge tun muss, die weniger Spaß machen.“ Der theoretische Teil der Ausbildung verlangte Stefan anfangs vieles ab: „Wieder die ‚Schulbank‘ drücken, lernen, Prüfungen ablegen…das war wirklich herausfordernd für mich. Aber ich habe es geschafft.“

Stefan Erkinger
@GEPA Pictures/Hans Oberländer

Und wie! Gut sieben Jahre lang arbeitet Stefan inzwischen als Hörakustiker. Im Herbst 2020 erreichte er einen besonderen Meilenstein, als er erfolgreich die Meisterprüfung ablegte: „Das macht mich wirklich stolz. Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass ich das alles gepackt habe. Sicher hat mir mein Durchhaltevermögen, dieses ‚nie aufgeben‘, das ich aus dem Sport kannte, durch diese Zeit geholfen“, reflektiert er heute. Sein geregelter Arbeitsalltag ist ganz anders als noch zu Fußballzeiten, als jede Woche je nach Spielplan sehr unterschiedlich ausfallen konnte: „Es ist alles so eingespielt, so zur Gewohnheit geworden, dass ich manchmal gar nicht mehr glauben kann, früher Profisportler gewesen zu sein. Ich sehe, dass ich mit meiner Arbeit Menschen ein besseres Lebensgefühl geben kann. Das ist sehr erfüllend.“ Und welche Rolle spielt der Fußball noch für ihn? „Auf den Fußballplatz gehe ich nur mehr mit meinem Sohn – mal als Zuschauer, mal zum Kicken.“

„Jeder von uns hat mehr als nur ein Talent“

Vom Fußballer zum Hörakustiker – Stefan hat auf seinem Weg aus dem Profisport und in das nachsportliche Berufsleben viel gesehen und gelernt. Zur Herausforderung, ohne einen vorbereiteten Plan B nach der Sportkarriere neu anzufangen, hat er aus heutiger Sicht folgenden Rat: „Ich würde empfehlen, grundsätzlich offen für Neues zu sein und sich nicht darauf zu fokussieren, was man bisher gut konnte und kannte, sondern sich bewusst zu machen, dass jeder von uns mehr als nur ein Talent hat. Man muss den Mut haben, sich auf Neuland zu begeben. Auch mit dem Risiko, nicht gleich das Richtige zu finden oder zu scheitern. Wobei sich auf diese Herausforderung einzustellen für Ex-Sportler*innen wohl das geringste Problem darstellen dürfte.“

„Schwieriger als erwartet war einfach das Suchen und Warten auf das Richtige“, hebt der Ex-Profi aus eigener Erfahrung hervor. „Hier ist es einfach wichtig, die Geduld aufzubringen, sich bewusst auf die Suche nach dem Passenden zu machen, anstatt einfach Naheliegendes zu tun. Und sich nicht zu viel reinreden lassen, weil jeder meint, besser zu wissen, was das Beste für einen ist. Man muss es aber selbst herausfinden – und die Profis von KADA können hier wirklich helfen.“

Lieber Stefan, wir freuen uns sehr, dass du den Übergang ins Berufsleben gemeistert hast und wünschen dir für deinen weiteren Weg alles Gute!

Oliver Binder (Volleyball)

Für unsere jüngste KADAthlete Story haben wir uns mit dem ehemaligen Volleyball-Nationalspieler Oliver Binder unterhalten. Dabei hat er uns erzählt, wie er nach einem verletzungsbedingten vorzeitigen Karriereende bei Eversports, einem internationalen Unternehmen aus der Sportbranche, beruflich durchstarten konnte.

Manuel Kramer (Ski Alpin)

Vom Skirennläufer zum Projektmanager für gesamtheitliche Energielösungen im Alpenraum – das ist die bemerkenswerte Geschichte von Manuel Kramer.

Vor wenigen Monaten schloss der Flachauer sein Masterstudium Smart Buildings in Smart Cities mit Schwerpunkt Energieinfrastruktur an der FH Salzburg ab. Seine Masterarbeit über den Einsatz von Wasserstoff zur Stromgewinnung in alpinen Regionen wurde mit dem Wissenschaftspreis der Salzburg AG ausgezeichnet. Auf seine Studienzeit blickt Manuel sehr zufrieden zurück: „Es war die richtige Entscheidung, dass ich dieses Kapitel aufgeschlagen habe. Die Erfahrung zu studieren war eine große Bereicherung für mich. Ich habe im Bachelor ein Auslandssemester an der Auckland University of Technology in Neuseeland verbracht und im Master ein richtig gutes Thema für die Abschlussarbeit gefunden. Die interdisziplinären Projekte und vor allem das wissenschaftliche Arbeiten waren richtungsweisend für meine berufliche Karriere. Es war eine anstrengende Zeit, aber es hat sich absolut ausgezahlt. Jetzt würde ich es genauso wieder machen.“

©GEPA Pictures

 

Inzwischen hat er sich bestens im neuen Berufsalltag beim Pongauer Energiecenter eingelebt: „Wir planen, wie Unternehmen oder ganze Gemeinden ihre Energieversorgung in Zukunft nachhaltig gestalten können, mit erneuerbaren Energien und den dazugehörigen innovativen Speichertechnologien.  Das macht total Spaß und ich komme richtig gut rein.“ Im Leistungssport ist Manuel bis heute aktiv geblieben. Seit 2015 steht der ehemalige ÖSV Abfahrer und Super G-Spezialist im Speed Ski Nationalkader.

Mit der Berufsreifeprüfung zum Hochschulstudium

Aber zurück an den Anfang, denn der Ausgangspunkt für Manuels späteren Werdegang war die Berufsreifeprüfung im Leistungssport (BRP) bei KADA. KADA traf Manuel zum ersten Mal 2012. Damals befand er sich auf dem Sprung in den alpinen Ski Weltcup. Gleichzeitig hatte er im Blick, sich neben dem Spitzensport ein zweites Standbein aufzubauen: „Ich kann mich noch genau an die Besprechung mit Roswitha Stadlober (KADA Geschäftsführerin, Anm.) erinnern, dass die Möglichkeit der BRP besteht. Die habe ich dann wahrgenommen. Ich kann nur Positives wiedergeben, die Kurse waren super aufgebaut. Zwei Fächer im Jahr und das geblockt im Sommer. Es war wirklich toll, was uns da ermöglicht worden ist und wie gut sich die BRP mit dem Training vereinbaren hat lassen.“

Manuel Kramer (3.v.l.) mit Roswitha Stadlober nach dem erfolgreichen BRP-Abschluss 

 

Zwischen Europacup-Bewerben, Weltcup-Einsätzen und Lerneinheiten war es eine intensive Zeit für den Skirennläufer. 2015 war es aber so weit und Manuel gehörte zu den ersten BRP-Absolvent*innen bei KADA. Was folgte, war ein Disziplinwechsel in doppelter Hinsicht: nach Verletzungen und ausbleibenden Weltcup-Resultaten stieg Manuel ins Speed Ski Team um und startete darüber hinaus sein Bachelorstudium. Um Leistungssport und Studium bestmöglich aufeinander abzustimmen, nahm Manuel an KADAs Förderprogramm Studium Leistung Sport (SLS) teil: „Es war eine richtig gute Unterstützung, das Ganze ist sehr professionell rübergekommen. Mein Laufbahnberater hat Termine mit dem Studiengangsleiter organisiert und so konnten wir Kompensationsarbeiten vereinbaren, wenn sich Kurse und Speed Ski Rennen überschnitten haben. Auf diese Weise war es mir möglich, Sport und Studium zu kombinieren.“

Auf zu neuen Herausforderungen

Mit dieser organisatorischen Unterstützung konnte Manuel sich voll und ganz auf sein Studium konzentrieren. Seinen Abschluss schaffte er mit Auszeichnung. Und wie läuft es sportlich? Im vergangenen Jahr gelang ihm nach einem Kreuzbandriss mit dem 3. Gesamtrang das erfolgreiche Comeback in den Speed Ski Weltcup. In der neuen Saison warten zahlreiche Herausforderungen:

„Unser erstes Weltcup-Re