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KADAthlete Story Isabella Kresche – Fußball

Lehrreich“, „erfolgreich“ und hin und wieder auch etwas „holprig“ – so beschreibt Isabella Kresche ihren bisherigen Weg im Profifußball. Dabei ist es ein Weg, der sich wirklich sehen lassen kann: Er umfasst fünf Meistertitel in Österreich, einen Cupsieg in Italien, Einsätze in der Champions League und eine EM-Teilnahme.

Während sie als Torhüterin bei Vereinen wie SKN St. Pölten, Sassuolo Calcio und AS Roma die Aufs und Abs des Profisports erlebte, gelangen ihr gleichzeitig große Schritte in Vorbereitung auf eine spätere Berufslaufbahn im Wirtschaftsbereich. Im Interview spricht sie über die Bedeutung eines zweiten Standbeins, Studienerfahrungen, KADA und das Sprungbrett younion Proficamp.

Isabella Kresche, wo sie sich am wohlsten fühlt: Auf dem Fußballplatz strahlt sie über das ganze Gesicht

© GEPA pictures / Johannes Friedl

„Ich bin mir nicht sicher, wer ich ohne den Sport geworden wäre“

Isabella Kresche brennt für ihren Sport – das wird deutlich, wenn sie über die Besonderheit ihrer Rolle als Torfrau spricht: „Man ist das letzte Sicherheitsnetz für das gesamte Team, aber auch der Ausgangspunkt vieler Aktionen“, beginnt sie die sportliche Seite zu erklären. „Anders als Feldspieler:innen kommt man physisch nicht immer an die Grenzen. Dafür muss man mental immer zu 100 Prozent anwesend sein und es ist mehr Vielseitigkeit gefragt, weil wir unseren gesamten Körper zum Spielen nutzen.“

Auf persönlicher Ebene ist sie durch die Anforderungen des Fußballs und ihrer Karriere gewachsen, gerade bei Engagements im Ausland: „Ich durfte viele Erfahrungen sammeln, interessante Menschen kennenlernen und mich sprachlich wie kulturell weiterentwickeln. Persönlich hat mich der Fußball in meiner Gesamtheit geprägt. Ich bin mir nicht sicher, wer ich ohne den Sport geworden wäre.“

KADA als Karrierebegleiter

„Fußballspielerin“ sollte aber nicht Isabella Kresches einzige Identität sein. Mit einer Ausbildung wollte sie einen zweiten Schwerpunkt setzen – um sich persönlich und beruflich zu entfalten, aber auch abzusichern: „Für mich war von Anfang an klar, dass ich mir ein zweites Standbein erarbeiten muss, aber auch möchte. Mir war es wichtig eine solide Basis zu haben, sodass Verletzungen oder andere Rückschläge mich nicht aus der Bahn werfen können.“

Diese Überlegungen führten sie kurz nach Schulabschluss zu KADA. Was mit einem Termin zur Bildungsberatung startete, entwickelte sich zu einer jahrelangen Begleitung durch verschiedene Karrierephasen, ein Studium, Praktika und Teilnahmen am younion Proficamp.

Die Torhüterin holt zu einem weiten Pass aus

„KADA hat besonders meine Studienzeit enorm geprägt, da ich ohne die Zusammenarbeit von KADA und der WU Wien mein Studium nie abschließen hätte können. Dankbar bin ich KADA und der younion Sportgewerkschaft auch für das younion Proficamp, wo ich mich bei der Vereinssuche über den Sommer fit halten konnte.“

© GEPA pictures / Johannes Friedl

Aber dazu später mehr – zuerst wollen wir Isabella Kresches Studienzeit näher beleuchten.

Das Studium als Fußballprofi

2017 schrieb sich die Steirerin für Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien ein. „Ich war vom frühen Kindesalter immer richtig gut mit Zahlen und Rätseln. Mathe war in der Schule eines meiner Lieblingsfächer. BWL hat sich einfach gut angeboten, da es sehr vielfältig einsetzbar ist“, erklärt sie ihre Studienwahl.

Ihren Studienalltag als Profifußballerin erlebte Isabelle Kresche als sehr intensiv. „Ich habe nebenbei auch noch im Fitnesscenter gejobbt, wodurch mein Tag oft um 4:30 Uhr begann. Danach ging es meist auf die Universität und abends zum Training nach St. Pölten – die Fahrzeit für eine Strecke betrug eineinhalb Stunden.“ Nachsatz: „Man möchte nicht jammern über das fehlende Uni- und Sozialleben, nochmal so extrem machen würde ich es wohl trotzdem nicht.“

Für Entlastung sorgte KADAs Studienförderprogramm. Es ermöglichte ihr reduzierte Anwesenheitspflichten, Unterstützung bei der Semesterplanung und die Voranmeldung für Kurse, die sich terminlich gut mit ihrem Trainings- und Spielplan abstimmen ließen. „Ohne diese Hilfestellungen“, hält sie fest, „wäre die Verknüpfung von Profisport und Studium meiner Meinung nach unmöglich gewesen.“

Studienabschluss und Berufserfahrung

Ihren Bachelorabschluss erreichte die Torhüterin 2021. Neben und nach dem Studium absolvierte sie gezielt Praktika in den Bereichen Controlling und Projektmanagement, um wertvolle Berufserfahrung zu sammeln.

Dabei konnte sie viele praktische Fähigkeiten entwickeln. „Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen, dass das Studium lediglich theoretisches Wissen aufbaut und eine Grundlage dessen vermittelt, was in der Arbeitswelt wirklich benötigt wird“, berichtet sie. „Die Arbeitserfahrung hat jedoch meine Studienwahl bestätigt und ich weiß, in welchen Jobs ich mich in Zukunft sehe. Das hilft natürlich enorm für mein Leben nach der Karriere, weil ich schon einen groben Plan für meine Zukunft habe.“

Isabella Kresche geht mit ihren Nationalteam-Kolleginnen über ein Trainingsgelände

© GEPA pictures / Hans Oberländer

Von Highlights und Vereinslosigkeit

Sportlich erlebte sie währenddessen eine äußerst erfolgreiche Zeit. Nach mehreren Meistertiteln mit St. Pölten schaffte Isabella Kresche den Sprung nach Italien. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr aus dieser Phase drei Highlights: die EURO 2022 mit dem österreichischen Nationalteam, ein Topspiel gegen Parma in ihrer Zeit bei Sassuolo Calcio und der Super-Coppa-Sieg mit AS Roma. „Jedes dieser Erlebnisse war auf seine ganz eigene Art prägend“, sagt sie.

Neben den vielen positiven Erfahrungen erlebte sie aber auch eine neue, unangenehme Situation: Als ihr Vertrag bei Sassuolo auslief, fand sie sich erstmals ohne Verein wieder. Das wichtigste Learning: Keine vorschnellen Entscheidungen treffen! „Es ist wichtig seine Prioritäten bei einer möglichen Vertragsunterzeichnung nicht aus dem Blick zu verlieren, auch wenn man Druck spürt. Man sollte immer in Ruhe abwägen.“

Um eine wirklich passende Option zu finden, ging sie vorerst zurück nach Österreich, um am younion Proficamp teilzunehmen.

younion Proficamp als Sprungbrett

Beim Camp handelt es sich um ein Sommertrainingslager, das jährlich von der younion Sportgewerkschaft organisiert wird. Es richtet sich an vereinssuchende Profifußballer:innen, die sich über Mannschaftstrainings auf die kommende Saison und Aufgaben bei neuen Vereinen vorbereiten möchten. Als Partner des Camps unterstützt KADA die Teilnehmer:innen bei ihrer Karriereplanung über den Fußball hinaus. Ermöglicht wird das Trainingslager durch Förderungen des Arbeitsmarktservice (AMS).

„Ich glaube es ist wichtig und richtig, dass es eine Möglichkeit für Profifußballer:innen gibt, im Team zu trainieren“, bekundet die mehrfache Teamspielerin. „Fußball ist nun mal ein Mannschaftssport und im Einzeltraining hat man nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Vorbereitung auf den richtigen Spielbetrieb. Dieses Problem wird durch das Camp behoben, wodurch ich die Chancen, bei Probetrainings gut zu performen, viel höher einschätze.“

Zweimal nahm Isabella Kresche am younion Proficamp teil und beide Male konnte sie einen neuen Verein finden. 2024 wechselte sie zur AS Roma, wo sie ihren Cup-Triumph feierte, 2025 schloss sie sich Tampa Bay in den USA an.

Durch das Trainingslager konnte sie sich für ihre neuen Vereine in eine Top-Verfassung bringen: „Ich habe speziell im physischen und kognitiven Bereich vom Proficamp profitiert, da ich vor allem mit Männern mittrainiert habe. Da geht natürlich alles viel schneller, wodurch man lernt, selbst schneller Lösungen zu finden.“

Mannschaftskreis im younion Proficamp – Isabella Kresche wird als neue Teilnehmerin begrüßt

© younion Sportgewerkschaft

Isabelle Kresches Zukunftspläne

Heute hat sich die Legionärin in Tampa gut eingelebt und genießt die Herausforderung in der USL Super League. „Der Fußball in den USA ist im taktischen und technischen Bereich den großen Ligen in Europa hintennach, dafür ist er physisch um einiges anspruchsvoller. Mein Ziel war es jedoch, mich vor allem im körperlichen Bereich zu steigern, was mir definitiv gelungen ist. Außerdem konnte ich persönlich ein neues Land und die Kultur kennenlernen.“

Zum Abschluss des Interviews machen wir einen Blick nach vorne und befassen uns mit ihren Plänen für die Zeit nach dem Profifußball. „Ich möchte einen Job finden, der mich erfüllt und glücklich macht“, so stellt sie sich ihr späteres Berufsleben vor. „Am Plan für meine Zukunft arbeite ich zurzeit sehr aktiv, da man meiner Meinung nach nie früh genug damit starten kann. Ich würde jungen Athlet:innen auf jeden Fall dazu raten ein zweites Standbein während der aktiven Karriere aufzubauen.“

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