Internationale Vereine, Titelgewinne, WM- und EM-Teilnahmen: Handball hat Thomas Bauer fast zwei Jahrzehnte lang rund um die Welt geführt. Heute spielt der Torhüter wieder in Österreich und bereitet sich daneben Schritt für Schritt auf eine Laufbahn im Lehramt vor. Was er in seinem Karriereverlauf gelernt hat, wie er Sport, Studium und Beruf unter einen Hut bringt und welche Rolle KADA dabei spielt, das erzählt er im Interview.

© GEPA pictures / Oliver Lerch
Erfolgreich auf dem internationalen Handballparkett
Deutschland, Frankreich, Norwegen, Portugal, Katar, Griechenland – so lauten die internationalen Karrierestationen von Thomas Bauer. Mit Mut zum Abenteuer folgte er zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls Profi- und Nationalspielerin war, immer wieder neuen sportlichen Herausforderungen.
Das gelang sehr erfolgreich: Mit dem FC Porto wurde er Meister und Cupsieger, mit AEK Athen gewann er Meisterschaft, Pokal und EHF European Cup. Dazu kommen jeweils vier WM- und EM-Teilnahmen mit dem österreichischen Nationalteam und insgesamt 165 Länderspiele.
Was Thomas Bauer aus seinen Auslandserfahrungen mitnimmt
Hinter den Kulissen bedeuteten die zahlreichen Vereinswechsel aber auch fordernde Neuanfänge, Umzüge und organisatorische Hürden. Für den selbsterklärten „Planungsfreak“ anfangs keine leichte Sache: „Ich möchte am liebsten Stabilität und alles um mich herum im Griff haben. Und dann hat das Leben plötzlich etwas anderes mit dir vor. Das hat mich immer beängstigt, bevor ich erkannt habe, dass es das wirklich Schöne am Leben ist.“
Heute ist er zu Recht stolz auf seine persönliche Entwicklung und die vielen Erfahrungen, die ihn auf und abseits des Spielfelds geprägt haben: „Leben wo andere Urlaub machen, das Lernen neuer Sprachen und das Spielen mit und gegen die besten Vereine, Trainer und Spieler dieser Welt vor zigtausenden Zuschauern… diese Erlebnisse kann mir niemand nehmen.“

© GEPA pictures / Matic Klansek
Rückkehr zu JAGS Vöslau
Seit 2023 spielt Thomas Bauer wieder in Österreich – und das ausgerechnet bei seinem ersten Verein, JAGS Vöslau. „Nach exakt 20 Jahren zurückzukommen, war eine besondere Geschichte. Mit meinem Kindheitsverein den Meistertitel zu erobern ist immer noch etwas surreal. Trophäen zu gewinnen ist ein super Gefühl und eine Belohnung für die harte Arbeit und die vielen Opfer, die man als Leistungssportler:in erbringen muss.“
Wenn der Niederösterreicher über seine Sportkarriere erzählt, merkt man ihm die Zufriedenheit mit seinem bisherigen Weg an. „Ich bin aktuell topfit und möchte noch einige Jahre aktiv auf hohem Niveau Handball spielen“, bekräftigt er. „Gleichzeitig habe ich so viele andere Ideen und Fähigkeiten, denen ich nicht erst nach der aktiven Karriere, sondern schon währenddessen nachgehen möchte.“
„Ich wusste schon in der Volksschule, dass ich Lehrer sein möchte“
Dazu gehört vor allem sein Lehramtstudium an der Universität Wien. „Ich wusste schon in der Volksschule, dass ich später einmal Lehrer sein möchte“, erzählt er. „Jungen Menschen mein Wissen, aber vor allem meine Leidenschaft mitzugeben, liegt mir im Blut.“ Als erstes Fach studiert der Handballprofi – naheliegenderweise – Sport und Bewegung. Als zweites Fach ist ihm Geschichte und politische Bildung ein besonderes Anliegen.
Inzwischen sammelt er auch schon erste Arbeitserfahrungen an einer Sportmittelschule. „Die Arbeit ist anspruchsvoll und kostet richtig Kraft, wenn man wirklich etwas mit und in jungen Menschen bewegen will“, beschreibt er seine Eindrücke. „Aber es macht großen Spaß und es ist genau der Ort, wo ich sein möchte.“

© GEPA pictures / Alexander Solc
Wenn Spitzensport und Lehramt voneinander profitieren
Worauf der angehende Lehrer in der Unterrichtspraxis zurückgreifen kann, sind Erfahrungen aus dem Spitzensport „Durchhaltevermögen, auf Menschen entsprechend ihrer Charakterzüge, Stärken und Schwächen individuell eingehen, und Empathie. Diese Elemente nehme ich aus dem Teamsport mit in die Schule. Pädagogisches Arbeiten“, ergänzt er, „nehme ich wiederum aus dem Studium mit in den Profisport.“
Und noch ein Projekt betreibt der Handballer: Torwarttrainings für Nachwuchstalente, die er eigenständig über seinen Social-Media-Auftritt bewirbt. „Das kostet natürlich mentale Kraft und ebenso viel Zeit, aber es gibt mir viel positive Energie zurück, wenn ich sehe, dass junge Torhüter:innen von mir trainiert und gecoacht werden wollen und millionenfach meine Inhalte klicken. Social Media macht es möglich, mit Sportler:innen und aus der ganzen Welt zu kommunizieren. Das ist einfach genial.“
Zwischen Klassenzimmer, Hörsaal und Handballhalle
Wenig überraschend ist Thomas Bauers Zeitplan sehr dicht. Vormittags unterrichtet er, in Freistunden stehen Krafttraining und Videoanalysen auf dem Programm. Dazwischen geht es an die Universität. Nachmittags folgen Jugend- und Torwarttrainings, abends das Handballtraining. Am Wochenende stehen Profi- und Jugendspiele an – und neuerdings verbringt Bauer zusätzlich viele Stunden am Fußballplatz, um neue Erfahrungen zu sammeln.
Eine kleine Routine hilft ihm besonders dabei, seine Energie einzuteilen: „Ich gönne mir täglich eine Auszeit von 15-30 min für einen kurzen Schlaf. So, als würde man sein Smartphone im Flugmodus für wenige Minuten aufladen, um ein paar Prozent Akku zu gewinnen. Das rettet mir oft den Tag.“

© GEPA pictures / Matic Klansek
Wie KADA Thomas Bauer bei seiner Dualen Karriere unterstützt
Bei der Vereinbarung von Profihandball, Lehramt und Studium kann Thomas Bauer auf Unterstützung aus seinem Umfeld und darüber hinaus zählen. Wenn es um sein Studium geht, nützt er das Studienförderprogramm SLS von KADA. „Es gibt kaum Uni Seminare, die in meinen Zeitplan passen. Wenn ich eines finde, sorgt KADA dafür, dass ich teilnehmen kann. Wenn es Überschneidungen mit Handballspielen gibt, bin ich dort entschuldigt. Diese Unterstützung ist für mich Gold wert.“
Und auch an der Schule erlebt er großen Rückhalt durch Schulleitung und Kollegium. „Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich diese Unterstützung schätze. Die Ausübung meines Sports, der mir die Welt bedeutet, wäre ohne diese Menschen nicht möglich und schon gar nicht erfolgreich“, bedankt er sich.
„Man schafft oft mehr, als man denkt“
Thomas Bauer lebt aktuell mehrere Rollen gleichzeitig: Profihandballer, Lehrer, Student, Torwarttrainer und Familienvater. Denn ihm ist wichtig, während der aktiven Karriere Raum für das zu schaffen, was danach – oder parallel dazu – kommen kann.
Sein wichtigstes Learning? „Ein Tag hat ungefähr 16 aktive Stunden. Nutze jede einzelne so gut wie möglich. Man schafft oft mehr, als man denkt, mit der richtigen Unterstützung!“
Unterstützung für deine Laufbahn
Gerne unterstützen wir auch dich auf deinem Weg im Spitzensport. Erfahre mehr über unsere Förderprogramme oder vereinbare direkt einen Beratungstermin!





