Knapp drei Jahre ist es her, dass Philipp Orter von der Loipe und Sprungschanze ins Finanzwesen gewechselt ist. Der WM-Bronzemedaillengewinner und vierfache Juniorenweltmeister betreut heute aktienaffine Kund:innen bei der finanziellen Vorsorge und Veranlagung am Kapitalmarkt.
Stichwort Vorsorge – das war der Erfolgsschlüssel für seinen nahtlosen Übergang vom Spitzensport in die Berufswelt. In unserem Interview blickt der Nordische Kombinierer auf seine Sportkarriere zurück, erzählt, wo er heute beruflich steht und wie er sich mit KADA auf das Leben nach dem Sport vorbereitet hat.

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Angekommen im Berufsleben
Dass Philipp Orter einmal im Finanzbereich landen würde, kommt nicht von ungefähr. „Es ist ein Thema, das ich schon immer sehr interessiert verfolgt habe“, sagt er. „Ich beschäftige mich besonders gerne mit Analysen von Wertpapieren oder dem, was sich in der Weltwirtschaft tut. Die Neigung dazu kommt, glaube ich, aus dem Sport: Ich habe immer meine Trainings analysiert und mich da ziemlich hineingesteigert – vielleicht ab und zu ein bisschen zu viel, im Nachhinein betrachtet“, schmunzelt er.
Und nicht nur diese Eigenschaft, die der Kärntner im Sport entwickelt hat, zeichnet ihn heute im Arbeitsleben aus. „Als Athlet:in ist man Perfektionist:in. Man hat den Ehrgeiz, alles so gut wie nur möglich zu machen“, beginnt er aufzuzählen. „Hervorheben würde ich auch das selbstständige Arbeiten: Persönlich bleibt man seine eigene Firma, versucht sich zu vermarkten, zu verbessern und Ressourcen an sich zu binden. Diese Koordinationsaspekte machen im Sport, aber auch im Beruf einiges aus.“
Außerdem nennt er Ungeduld: „Man will seine Sachen schnell erledigen. Das kann ein Vor- oder Nachteil sein, aber gerade in meinem aktuellen Job kommt es oft darauf an, schnell auf Veränderungen zu reagieren.“
Spitzensport als Lebensschule
Als nordischer Kombinierer mischte Philipp Orter jahrelang im Weltcup mit. Wenn wir über seine Karriere sprechen, ist seine Wertschätzung für diesen Lebensabschnitt spürbar: „Man ist im Leistungssport ständig unterwegs und sieht viel von der Welt. Es gibt so viele prägende Geschichten, Orte und Menschen.“
„Woran ich gerne zurückdenke“, schildert er, „ist, dass wir 2017 eine richtig coole Mannschaft hatten, sich jeder sehr gut miteinander verstanden hat. Wir haben bei der WM Bronze im Teambewerb geholt, ich wurde Achter im Einzelbewerb und wir hatten über die ganze Saison viel Spaß zusammen. Genau das macht meiner Meinung nach den Sport aus – die Eindrücke, die Persönlichkeitsentwicklung. Das bringt einen im späteren Leben weiter.“

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„Den Kopf auch mit etwas Anderem beschäftigen“
Mit dem Gedanken an das Leben nach dem Sport beschäftigte sich der Wintersportler bewusst früh, denn: „Es kann im Sport so schnell gehen, dass es nicht mehr läuft – sei es durch eine Verletzung, oder weil die Leistungen nicht mehr passen. Und den Kopf auch mit etwas Anderem zu beschäftigen, ist meines Erachtens sinnvoll.“
Den Grundstein dazu wollte er mit der Matura legen. Ursprünglich hatte er nämlich das NAZ Eisenerz besucht und dort eine Lehre abgeschlossen. „Mein Bruder hat die Matura gemacht und wahrscheinlich deswegen habe ich mir den Anspruch gesetzt, das ebenfalls zu schaffen“, meint er mit einem Augenzwinkern.
Die Gelegenheit dazu erkannte er bei KADA, wo auf Spitzensport abgestimmte Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung (BRP) angeboten werden.
Philipp Orter über die Berufsreifeprüfung
„Ich weiß noch, dass ich mit Benjamin Karl im Kurs gesessen bin“, erinnert sich der ehemalige Heeressportler an seine BRP-Zeit zurück. „Es hat mir Spaß gemacht, mich mit neuen Themen auseinanderzusetzen, die ich aus der Berufsschule noch nicht kannte. Gerade in Mathematik habe ich mir aber leichtgetan“, zeigt sich hier seine Zahlenaffinität wieder.
Während er seine Kurse und Prüfungen absolvierte, kam Philipp regelmäßig im Weltcup zum Einsatz und fuhr seine größten Erfolge bei den Juniorenweltmeisterschaften ein. „Natürlich war es fordernd und es wäre einfacher gewesen, nach dem Sport daheim auf der Couch zu sitzen und nichts zu tun. Aber die Weiterbildung war mir wichtig und ich bin jemand, der Dinge konsequent durchzieht.“
Entscheidend war, dass sich Philipp Orter seine BRP-Kurse bei KADA frei einteilen konnte. „So konnte ich den Fokus zeitweise mehr auf den Sport oder auf die Berufsreifeprüfung legen. Der Lernaufwand ist mir nicht erspart geblieben, aber die Vortragenden haben mich gut unterstützt. So war ich auf die Prüfungen bestens vorbereitet.“

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Berufsreifeprüfung als Türöffner
Der BRP-Abschluss war ein wichtiger Meilenstein und Türöffner. „Ich bin sehr zufrieden und dankbar, wie alles funktioniert hat. Vielleicht hätte ich die Matura über ein anderes Modell schon in der Schulzeit machen können, aber die Frage ist: Hätte ich dann sportlich die gleiche Entwicklung genommen? Wäre sich beides ausgegangen?“
Anknüpfend an die BRP begann er, sich nach einem Studium umzuschauen, um weiter an seinem zweiten Standbein zu arbeiten. Fündig wurde er an der Privatuniversität Schloss Seeburg, die ihm ein BWL-Studium teils in Fern- und teils in Präsenzlehre ermöglichte. „Da hat das Gesamtkonzept für mich gepasst.“
Von der Studienwahl bis zum Studienende war KADA weiterhin ein steter Wegbegleiter für Philipp Orter. „Während der gesamten Betreuung habe ich gewusst, es ist jemand da, wenn ich Fragen habe oder irgendetwas brauche. Gerade in der Studienzeit war ich eigentlich sehr selbstständig und habe gut gewusst, was ich zu tun habe. Aber auch dann habe ich es geschätzt, dass sich hin und wieder jemand von KADA bei mir gemeldet hat, um zu fragen, wie es mir geht und wie ich vorankomme.“
Lebenslanges Lernen
Zurück in der Gegenwart fühlt sich Philipp Orter in seinem Arbeitsalltag sichtlich wohl. Und er hat immer noch Freude daran, sich weiterzubilden: „Ich habe gerade erst eine Ausbildung zum Finanzanalysten abgeschlossen. Und jetzt bin ich wieder am Schauen, was es Nächstes so gibt…“
Mit seiner geballten Erfahrung gibt er am Ende unseres Gesprächs einen klaren Rat an junge Athlet:innen: „Genießt den Spitzensport, aber schaut, dass ihr euch nebenbei etwas aufbaut. So wird der Übergang am Karriereende wesentlich einfacher und man muss nicht bei null starten.“

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