Weltmeisterschaftsmedaillen, Weltcupsiege, Olympiateilnahmen – und zeitgleich Matura und Berufsausbildung: Das ist der Weg von Skispringerin Chiara Kreuzer. Wie sie lernen im Spitzensportalltag meistert, warum die Berufsreifeprüfung bei KADA die ideale Lösung für sie war und wie sie sich heute auf die Berufskarriere nach dem Sport vorbereitet, darum dreht sich unser Interview.

© GEPA pictures / Michael Kristen
„Dafür bist du eh zu feige“
„Es war eigentlich ein blöder Schmäh von meinem Bruder“, erzählt Chiara Kreuzer lachend über ihren Einstieg ins Skispringen. „Er hat gemeint, dass ich mich nicht springen traue und dafür zu feige bin.“ Eine Aussage, die sie nicht auf sich sitzen lassen wollte. Was als Mutprobe begann, entwickelte sich zu einer beeindruckenden internationalen Karriere.
2013 wurde sie zur jüngsten österreichischen Starterin bei Nordischen Skiweltmeisterschaften – und holte gleich bei ihrem WM-Debüt in Val di Fiemme Silber mit dem Mixed-Team. Es folgten weitere Gold- und Silbermedaillen bei den Weltmeisterschaften in Seefeld (2019), Oberstdorf (2021) und Planica (2023). Mit acht Einzel-Weltcupsiegen, fünf Team-Erfolgen und dem zweiten Platz im Gesamtweltcup 2019 gehört Chiara Kreuzer zu den erfolgreichsten österreichischen Skispringerinnen. Olympiateilnahmen in Sotschi (2014) und Pyeongchang (2018) runden ihre bisherige Laufbahn ab.
Spitzensport und Matura
Während ihres frühen sportlichen Aufstiegs verfolgte Chiara Kreuzer, die die Schihandelsschule Stams besuchte, aber noch ein zweites Ziel: die Matura. Denn: „Für mich war wichtig, dass ich nach dem Sport mit etwas in den Händen dastehe, auf das ich aufbauen kann – sei es, studieren zu gehen, eine Lehre zu machen, oder direkt in einen Beruf einzusteigen. Aber wie, was, wann? Und da hat mich KADA auf die Idee gebracht, die Berufsreifeprüfung zu machen.“
Bei der Berufsreifeprüfung (BRP) handelt es sich um eine vollwertige Matura für Absolvent:innen einer beruflichen Erstausbildung, so wie in Chiara Kreuzers Fall der Handelsschule. Für Athlet:innen bietet KADA dafür spezielle Vorbereitungskurse an.

© GEPA pictures / Matic Klansek
Drei Gründe für die Berufsreifeprüfung im Leistungssport
„Ich muss sagen, es war eine sehr gute Entscheidung“, sagt die Skispringerin heute über die BRP – und das aus drei Gründen. Erstens: „Weil ich BRP und Sport ideal kombinieren konnte. Die Kurse waren für mich über den Sommer und Herbst angesetzt, sodass ich die Winter für das Skispringen frei hatte. Außerdem konnte ich vor und nach den Unterrichtseinheiten super trainieren.“
Zweitens: „Ich hatte einfach gute Lehrer:innen, die den Unterricht so gestaltet haben, dass es für alle gepasst hat.“
Und drittens: „Für mich war es eine gute Ablenkung, um nicht immer nur an Skispringen zu denken. Natürlich war ich mit lernen beschäftigt, während andere vielleicht regeneriert haben. Aber ich habe gewusst, wofür ich es mache und wie wichtig es für meine Zukunft ist. Es hat sich definitiv ausgezahlt.“
Zwischen Sprungschanze und Berufsreifeprüfung
Wie meistert man den Alltag mit Leistungssport und lernen? Chiara Kreuzer gibt uns ein paar Einblicke in ihre Herangehensweise. Gelernt hat sie lieber nach dem Training: „So konnte ich zu hundert Prozent mit dem Kopf dabei sein, statt gedanklich zu anstehenden Trainings abzuschweifen.“
Dabei war ihr Zugang ‚eher rechtzeitig als frühzeitig‘:„Am besten lerne ich, wenn ich Druck verspüre. Davor kann ich mich nicht konsequent dazu aufraffen.“
Ihr Lieblingslernplatz? „Tatsächlich bin ich gerne irgendwo am Boden, weil ich dann etwas herumturnen kann, von Handstand bis Kopfstand. Ich bin immer eine, die nicht so ruhig sitzen kann beim Lernen. Durch Bewegung merke ich mir den Stoff am besten.“
Das herausforderndste Fach war für sie Mathematik, „weil ich das Fach in der Handelsschule nicht hatte. Aber es wurde mir im Kurs super erklärt, deswegen war es am Ende des Tages kein Problem. Und für mich das einfachste Fach war Englisch. Ich mag die Sprache wirklich gerne und habe mir da schon immer etwas leichter getan.“

© GEPA pictures / Patrick Steiner
Alle Möglichkeiten offen für Chiara Kreuzer
2017 feierte die Salzburgerin ihren BRP-Abschluss. „Es hat sich sehr befreiend und cool angefühlt, weil ich gewusst habe, jetzt kann ich mich in der Berufswelt umblicken und herausfinden, was ich gerne machen würde. Man steht einfach schon sehr gut da, wenn man die BRP hat.“
Und sie gibt eine klare Empfehlung ab: „Ich würde es jederzeit wieder so machen. Ich glaube, ohne KADA hätte ich die Matura bis heute nicht, weil es mit den Rahmenbedingungen, die anderswo geboten werden, nicht möglich wäre.“
Mit der BRP in der Tasche schrieb sich die Winterathletin zunächst für ein Jus-Studium ein. Doch es stellte sich heraus, dass es nicht ganz zu ihrer Laufbahn passte. „Letztlich hat es sich mit meinen Grundsätzen nicht vereinbaren lassen“, erklärt sie. „Ich hätte meinen Trainingsplan komplett umstrukturieren und viel individuell trainieren müssen, damit sich Sport und Studium ausgehen. Aber ich wollte meine Trainingsgruppe nicht aufgeben, in der wir eine super Gemeinschaft haben. Also habe ich das Studium ad acta gelegt. Trotzdem hat sich mir die Tür zum Studieren geöffnet und das war mir sehr wichtig.“
Polizeisport: Spitzensport und Berufsausbildung
Stattdessen führte sie ihr Weg in die Exekutive: Seit vier Jahren ist Chiara Kreizer im Spitzensportförderprogramm der Polizei – und fühlt sich dort ideal aufgehoben. „Für mich bedeutet der Platz bei der Polizei wirklich sehr viel. Ich kann Sport und Berufsausbildung sehr gut kombinieren. In den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass ich den Beruf wirklich sehr gerne ausüben möchte, und ich freue mich auf das Berufsleben nach dem Sport.“
„Jetzt gehe ich das erste Mal in die Praxisphase und bin gespannt, was auf mich zukommt. Für mich ist es definitiv das Richtige und deswegen bin ich froh, dass alles mit KADA angefangen hat.“
© GEPA pictures / Armin Rauthner

Voller Fokus auf den Weltcup-Winter
Beruflich läuft für die Polizeisportlerin alles auf Schiene. Und sie hält fest: „Ich würde allen empfehlen, sich schon während der sportlichen Karriere ein bisschen um die Zukunft zu kümmern und zu schauen, wo will ich hin, wofür interessiere ich mich. Und ich finde, da ist KADA die richtige Anlaufstelle, weil sie einfach so viele verschiedene Perspektiven aufzeigen können. Da ist jede:r so hilfsbereit und nett, dass man in der Beratung auf jeden Fall etwas findet, für das man brennt.“
Sportlich nützt Chiara Kreuzer die Sommerpause für einen Reset. Nach einer schwierigen Saison 2025/26, die nicht nach Wunsch verlief, freut sie sich umso mehr auf eine Rückkehr in den Weltcup: „Ich möchte zeigen, was ich kann. Ziel ist, zurück auf Wettkämpfe zu fahren, Spaß zu haben und wieder zum Team zu gehören.“
Unterstützung für deine Laufbahn
Gerne unterstützen wir auch dich auf deinem Weg im Spitzensport. Erfahre mehr über unsere Förderprogramme oder vereinbare direkt einen Beratungstermin!





