Du überlegst, neben dem Spitzensport ein Fernstudium zu beginnen? In diesem Guide zeigen wir dir in sechs Schritten, worauf du bei der Auswahl eines Fernstudiums oder einer Online-Ausbildung achten solltest. Erfahre hier, welche Studienrichtungen sich überhaupt im Fernformat eignen, was du über Organisationsform, Kosten und rechtliche Aspekte wissen musst – und wie KADA dich auf diesem Weg unterstützen kann.
In diesem Beitrag:
- Schritt 1: Kläre dein Studieninteresse
- Schritt 2: Überprüfe die Fernstudientauglichkeit
- Schritt 3: Passt ein Fernstudium zu dir und deinem Lerntyp?
- Schritt 4: Informiere dich über Organisationsform und Studienalltag
- Schritt 5: Verschaffe dir einen Überblick über Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten
- Schritt 6: Prüfe Qualität, Anrechenbarkeit und rechtliche Aspekte
- Deine nächsten Schritte
Schritt 1: Kläre dein Studieninteresse
Finde zuerst heraus, welche Studienrichtung und welchen Berufswunsch du wirklich verfolgst, bevor du dich in die Anbietersuche stürzt. Bedenke dabei: Ein akademischer Abschluss ist nicht für jeden Karriereweg notwendig. Je nach beruflichem Ziel kann eine Fachausbildung, ein Zertifikatskurs oder ein Weiterbildungsprogramm die bessere Wahl sein. Kläre daher zunächst, welche Qualifikationen für dein angestrebtes Berufsfeld gefordert werden.
KADA Tipp:
Wenn du unsicher bist, welche Richtung zu dir passt, unterstützen wir dich gerne mit unserer Karriereberatung. Dabei analysieren wir deine Interessen, Stärken und Ziele und entwickeln mit dir daraus mögliche Bildungs- und Berufswege.
Mehr zum Thema gibt es auch in unserem Blogbeitrag Plan B: Warum du als Athlet:in für die Zeit nach der Sportkarriere vorsorgen solltest, wo du eine Vorlage zur Selbstreflexion für die Berufsorientierung findest.
Schritt 2: Überprüfe die Fernstudientauglichkeit
Achtung: Nicht jedes Studienfach lässt sich reibungslos als Fernstudium absolvieren. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben zu gewissen Berufsbildern oder hoher Praxisanteile können sich Einschränkungen ergeben. Das bedeutet nicht zwingend, dass kein Fernstudium in diesem Bereich möglich ist – aber du solltest genau hinschauen, was ein solches Angebot tatsächlich leisten kann und was nicht.
Spricht für ein Fernstudium:
✓ überwiegend theoretisch vermittelte Inhalte
✓ digitale Lehrmaterialien
✓ flexible Zeiteinteilung
✓ wenige oder keine Präsenztermine
✓ ortsunabhängige Prüfungsformen
Spricht eher dagegen:
✗ hohe Praxisanteile
✗ verpflichtende Anwesenheit
✗ Laborarbeit
✗ klinische Ausbildung
✗ umfangreiche Praktikumspflichten
Besondere Vorsicht ist u.a. geboten bei:
- Therapiewissenschaften
- Medizin und Gesundheitsberufen
- Hebammenwissenschaften
- Rechtswissenschaften
- Lehramtsstudien
- klinischer Psychologie und Psychotherapie
- …
Schritt 3: Passt ein Fernstudium zu dir und deinem Lerntyp?
Ein Fernstudium bietet viele Freiheiten. Gleichzeitig verlangt es ein hohes Maß an Selbstorganisation – und nicht jede:r kommt damit gleich gut zurecht. Anders als an klassischen Hochschulen gibt es i.d.R. keine regelmäßigen Vorlesungen oder festen Stundenpläne. Fernstudieren bedeutet auch: kein Campusleben, weniger spontanen Austausch und weniger Möglichkeiten zum Kontakteknüpfen.
Frage dich ehrlich:
- Kann ich mich selbst zum Lernen motivieren?
- Arbeite ich gerne eigenständig?
- Schaffe ich es, Lernziele konsequent einzuhalten?
- Komme ich mit weniger Struktur und Vorgaben zurecht?
- Wie gehe ich mit stressigen Wettkampfphasen um?
- Wie wichtig ist mir der Kontakt zu Mitstudierenden?
- Brauche ich regelmäßigen Austausch zum Lernen?
- Komme ich auch ohne klassisches Campus-Leben gut zurecht?
Bedenke außerdem: Ein Fernstudium ermöglicht dir zwar viel Flexibilität, es erfordert aber genauso wie Präsenzstudien einen hohen Gesamtaufwand. Überlege dir daher vorab, wie du es mit deinem Trainingsplan, Wettkampfkalender sowie weiteren sportlichen und privaten Verpflichtungen vereinbaren kannst.
KADA Tipp:
In der Karriereberatung stehen wir dir auch bei Fragen rund um Zeitmanagement, Lernorganisation und die Vereinbarkeit von Spitzensport und Ausbildung zur Seite.
Mehr dazu erfährst du zudem in unserem Blogbeitrag Zeitmanagement-Tipps für Athlet:innen.
Schritt 4: Informiere dich über Organisationsform und Studienalltag
Fernstudium ist nicht gleich Fernstudium! Darunter verbergen sich sehr unterschiedliche Modelle.
Bei synchronen Studienprogrammen finden Lehrveranstaltungen zu fixen Zeiten online statt. Das schafft Struktur und Austausch, schränkt aber deine Flexibilität ein, wenn du zu dieser Zeit im Training bist, auf Wettkampfreise oder gar in einer anderen Zeitzone. Bei asynchronen Programmen stehen Lehrinhalte jederzeit zur Verfügung. Du bestimmst selbst, wann du lernst, was aber wieder mehr Selbstorganisation und Disziplin erfordert.
Bei Leistungsnachweisen und Prüfungsformaten gibt es eine große Bandbreite. Teils kannst du dir Prüfungen und Projektarbeiten frei einteilen, teils gibt es dafür feste Fristen und Termine. Bei manchen Anbietern finden Prüfungen sogar in Präsenz statt. Mache dir unbedingt ein klares Bild davon – genauso wie über die technischen Anforderungen.
Stabile Internetverbindung, ein leistungsfähiges Gerät, gegebenenfalls spezifische Software oder Apps – das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Prüfe, ob Lernmaterialien auch offline verfügbar sind, insbesondere, wenn du für deinen Sport viel unterwegs bist.
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Betreuung durch die Hochschule oder Bildungseinrichtung.
Achte auf:
- persönliche Ansprechpartner:innen
- Reaktionszeiten
- technische Unterstützung
- Lernplattform & Qualität der Lehrmaterialien
- Erfahrung mit Athlet:innen oder berufstätigen Studierenden
- Tutorien und Lerngruppen
Schritt 5: Verschaffe dir einen Überblick über Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten
Fernstudien und Online-Ausbildungen sind oft teurer als klassische Studien an einer örtlichen Hochschule. Dafür entfallen andere Kosten – etwa für Unterkunft und Verpflegung am Studienort. Stelle unbedingt einen Kostenüberblick für dein Fernstudium auf. Achtung: Studiengebühren sind oft nur ein Teil der tatsächlichen Kosten.
Berücksichtige zusätzlich:
- Einschreibungs- & Verwaltungsgebühren
- Prüfungsgebühren
- Lernmaterialien
- Softwarelizenzen
- Reisekosten für Präsenztermine
- Kosten für Wiederholungsprüfungen
Je nach persönlicher Situation können unterschiedliche Fördermöglichkeiten infrage kommen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Familienbeihilfe
- Studienbeihilfe
- Leistungsstipendien
- Selbsterhalterstipendium
- Förderungen einzelner Bundesländer, Bezirke und Gemeinden
- Heeressport-Berufsförderung
- Förderprogramme von Verbänden oder Bildungseinrichtungen
- Bildungsförderungen von Arbeitgebern
Informiere dich frühzeitig über Fristen und Voraussetzungen!
KADA Tipp:
In der Karriereberatung unterstützen wir dich, deine Ausbildung realistisch zu planen und Finanzierungsmöglichkeiten zu erkennen.
Bei ausgewählten Fernstudienpartnern erhältst du als KADAthlete Ermäßigungen! Nähere Informationen dazu findest du hier.
Schritt 6: Prüfe Qualität, Anrechenbarkeit und rechtliche Aspekte
Nicht jeder Abschluss ist gleich viel wert. Gerade im Online-Bereich gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen Anbietern.
In Österreich werden Hochschulen und Studiengänge von der AQ Austria bewertet. Ein akkreditierter Abschluss einer österreichischen oder anerkannten europäischen Hochschule hat eine klare rechtliche Grundlage. Bei Anbietern aus dem Ausland (insbesondere aus Drittstaaten außerhalb der EU) kann eine Nostrifizierung notwendig sein – also die formale Anerkennung durch eine österreichische Hochschule. Dieser Prozess ist mit Aufwand und Kosten verbunden und nicht immer erfolgreich.
Prüfe daher immer vorab:
- Wie transparent sind die Studieninhalte?
- Werden Studienleistungen mit ECTS oder einem anderen Credit-System bemessen?
- Welche Akkreditierungen hat die Hochschule?
- Wird der Abschluss in Österreich oder dem Land, in dem du einmal arbeiten möchtest, anerkannt?
- Ist eine Nostrifizierung erforderlich?
- Welche Reputation hat der Anbieter? Wie lange gibt es ihn schon?
- Welchen Eindruck vermitteln dir Erfahrungsberichte und Rezensionen von Absolvent:innen?
Seriöse Anbieter nennen ihre Akkreditierungsstellen transparent und beantworten Fragen zu Anerkennung und Berufszulassung konkret.
Vorsicht bei Anbietern, die:
- keine klare Angabe zu Akkreditierungen oder Zertifizierungen machen
- mit sehr kurzer Studiendauer für komplexe Inhalte werben
- wenig Einblicke in die Lehrinhalte geben
- keine transparenten Angaben zu Lehrenden und deren Qualifikationen machen
- unrealistische Karriereversprechen abgeben
- Studienkosten unübersichtlich kommunizieren
- schlecht oder kaum Erreichbarkeit vor Vertragsabschluss
- unklare Stornobedingungen und Rückgaberechte aufweisen
KADA Tipp:
KADA arbeitet mit ausgewählten Fernuniversitäten und Fernhochschulen zusammen, die umfangreiche Akkreditierungen aufweisen. Trotzdem empfehlen wir, jedes Fernstudium vorsichtig zu prüfen.
Deine nächsten Schritte:
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